Resources: Erste Eindrücke

Aufbau-Strategiespiel mit Suchtcharakter

In einer Wathose bin ich durch Schlick gelaufen, mit einem Kayak auf eine Insel übergesetzt, und habe bei Ebbe im nordfriesischen Watt nach Geocaches gegraben. In den vergangenen neunhundert Tagen habe ich fast dreißigtausend QR-Codes gescannt und über 36.000 Munzees in sieben Ländern aufgeklebt. Und in einem halben Jahr habe ich fast zweitausend Flaggen gesammelt und über fünfhundert verteilt. Wieviele Kilometer ich dafür gelaufen bin und wieviele Spieler ich mittlerweile kennen gelernt habe, vermag ich nicht zu sagen. Man müsste meinen, ich habe keine Zeit mehr für andere Games.

Und nun doch: Unerwartet hat mich Resources voll in seinen Bann geschlagen. Das Spiel ist vergleichbar mit einem Aufbausimulator, eine Mischung aus den Siedlern und Tamagotchi, die einen nur schwer wieder loslässt. So habe ich bereits mit fünf anderen Spielern auf einem matschigen Acker meine Schuhe ruiniert, um Diamatenminen zu bauen und bin im Dunklen durch ein Wohngebiet gestreift um Bauxit zu fördern. Mehrere Sonntagvormittage in Cafés gingen dafür drauf, Kisten zu sammeln.

Worum geht’s?

SpieloberflächeResources (momentan nur Android) bietet den verschiedensten Gamern eine Plattform. Im Sinne von „augmented Reality“ legt das Spiel eine Karte mit virtuellen Bodenschätzen über die tatsächliche Welt. Du baust Förderanlagen, um die Resourcen abzubauen und in deine Lager zu transportieren. Damit kannst du wiederum Fabriken und Spezialgebäude errichten. Steht dir Anfang zum Bauen gerade mal Lehm zur Verfügung, produzierst du wenig später schon Gold, Diamanten und Drohnen. Spezialeinheiten verteidigen deine Anlagen, Elitetruppen verwendest du zum Angriff auf andere Spieler. Da mit jedem Level auch der Bedarf deiner Fabriken steigt, schaust du dich nach immer besserem Baugrund um und musst oft genug feststellen, dass dieser bereits von anderen Spielern besetzt ist. So sind Gamer, die gerne unterwegs sind, immer gut beschäftigt. Aber auch Stubenhocker können mitmachen: Allianzen schmieden und auf dem Schwarzmarkt Resourcen verkaufen kann man auch ohne draußen Förderanlagen zu bauen.

Durchdachtes Spieldesign

Zwar schreckte mich zuerst das wenig ansprechende Design der Spieloberfläche ab, aber dies trat schnell in den Hintergrund. Je länger sich der Gamer mit dem Spiel beschäftigt, desto deutlicher wird, wie gut es durchdacht ist.  Schwarzmarktpreise reagieren auf Angebot und Nachfrage. Die Kosten von Fabriken und Spezialgebäuden steigen mit dem daraus erwirtschafteten Profit, so dass auch erfahrenen Gamern nicht langweilig wird. Fundgegenstände, die zufällig auf der Karte erscheinen, lassen dich entweder vom Sofa aufspringen und durch die Nachbarschaft rennen oder mit besserer Technologie auch bequem von zu Hause mit einer Drohne einsammeln. Ein Handicap-System schützt Spielanfänger vor Angriffen und erhöht ihre Verteidigungschance. Sowohl angriffslustige als auch friedfertige Gesellen kommen gleichermaßen auf ihre Kosten, denn du hast die Wahl ob du fremde Anlagen zerstören oder reparieren willst.

Fazit

Für mich ist Resources die Entdeckung im Bereich Geolocation-Games dieses Jahres. Obwohl vollkommen virtuell, hat es durch die vielen Beschäftigungsmöglichkeiten und die Komplexität des Games ein weitaus höheres Sucht- und Spaßpotential über lange Zeit als etwa Munzee. Dass sogar meine Freundin nun nach Kisten Ausschau hält, obwohl sie mit Caches, QR-Codes und Flaggen gar nichts anfangen konnte, beweist für mich die Genialität von Resources.

Unbedingt ausprobieren! Aber Achtung: Suchtgefahr.

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Flagstack: Das Team-Battle startet

Capture the Flag – Flagstacks Teambattle

Es ist soweit: Seit einigen Tagen läuft bei Flagstack nun das Team-Battle. Die genauen Regeln sind umfangreich und wenig interessant, weswegen ihr die Informationen besser im Forum nachlesen könnt. Aber das Prinzip will ich euch schnell erklären:

Ein Team mit drei bis fünf Gamern verteidigt nach dem „Capture the Flag„-Prinzip eine Teamflagge. Die Teamflagge wird zu Beginn jedes Battles vom System automatisch auf öffentlichem Grund im Umkreis von 100 Metern des Teamleaders abgelegt. Diese Teamflagge muss verteidigt werden. Sie befindet sich anfangs in einem Hauptquartier. Sowohl Teamflagge als auch Hauptquartier sind virtuelle Spielgegenstände, die durch ein eigenes Icon auf der Karte angezeigt werden.

Stiehlt nun ein Team die Flagge eines anderen Teams, hat man 15 Minuten Zeit, um sie aus dem gegnerischen Hauptquartier zurück zu holen. Gelingt dies, ist der Diebstahl vereitelt. Falls nicht, dann ist die Flagge gestohlen und kann erst nach einer Lösegeld-Zahlung, dem Diebstahl durch ein drittes Team, oder nachdem eine Woche verstrichen ist wieder ins eigene Hauptquartier gebracht werden.

Credits

Das Team erhält für normale Captures und Deploys je einen Credit. Zusätzlich spült die Teamflagge alle 24 Stunden jeweils 100 Credits in die Kasse, solang diese im eigenen Hauptquartier steht. Wurde eine fremde Flagge ins Hauptquartier gebracht, generiert auch diese 100 Credits am Tag. Auch für jeden erfolgreichen Diebstahl und die Verteidigung der eigenen Flagge erhält das Team Credits. Diese können die Gamer zum Beispiel in neue Flaggen investieren. Die Credits können allerdings auch einen Diebstahl vereiteln: 1000 Credits kostet der so genannte  „Jailbreaker“, der einen versuchten Diebstahl sofort verhindert. Flagstack arbeitet momentan noch an der Entwicklung weiterer Items, die das Teambattle aufmischen werden. Am Ende eines jeden Battles werden die erbeuteten Credits zu gleichen Teilen im Team aufgeteilt. Natürlich sammeln alle Gamer unabhängig vom Teambattle weiter die regulären Spielerpunkte.

Fraktionen

Jedes Team muss sich entscheiden, in welcher Fraktion es spielen möchte. Hier gibt es also Ähnlichkeiten zu Ingress.

Die Allianzen nennen sich:Teambattle_flagstack

  • Das Kartell der Flag Seeker (die „Guten“)
  • Das Syndikat der Flag Hunter (die „Neutralen“)
  • Die Allianz der Flag Keeper (die „Bösen“)

 

Diese Allianzen haben allerdings momentan noch keine richtige Bedeutung für das Spiel, abgesehen von der Platzierung des Gesamt-Rankings. Jedes Team kann sich nur einmal einer Allianz zuordnen. Die Flag Keeper allerdings können ihre Zugehörigkeit wechseln. Wahrscheinlich werden die Allianzen im weiteren Spielverlauf noch an Bedeutung gewinnen.

Fazit

Das Spielprinzip ist denkbar einfach und wird sicher Bewegung in die Flagstack-Gemeinde bringen. Das zeigt sich schon jetzt: erst gestern wurde der 800.000 Capture gemacht. Wir erwarten einen Run auf Hauptquartiere, die sich viele Flaggen geschnappt haben, schließlich bringen diese die meisten Punkte. Gleichzeitig ist zu befürchten. dass findige Teams ihr Hauptquartier auf Helgoland oder Hallig Hooge eröffnen um vor Angriffen gefeit zu sein. Sicher werden sich auch Teams mit dem Ziel eines gut geschützten Headquarters global aufgestellt haben. So sehe ich schon Teamleader aus der sibirischen Tundra viele Punkte einstreichen. Einerseits nimmt das dem Battle eventuell schnell Wind aus den Segeln, andererseits können so auch Spieler in ländlichen Gegenden am Spaß teilhaben.

Zur Zeit befindet sich das Teambattle noch in einer Testphase. So richtig los geht es also erst im neuen Jahr. Wir sind gespannt was sich Flagstack ab dem 5. Januar noch einfallen lassen wird.

Für mehr Einblicke legen wir euch den Podcast von Mabuses Erben ans Herz.

 

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Welches Smartphone für location games?

Auch in Montréal steht Weihnachten vor der Tür. Als Neuling steht auf meinem Wunschzettel natürlich ganz oben das passende Equipment. Aber welches? Zum Glück weiß Hannes Rat.

GPS-Empfänger oder Smartphone?

D_DSC0061ie erste Entscheidung fällt leicht. Nur eingefleischte Geocacher und Outdoor-EnthusiastInnen verwenden noch einen speziellen GPS-Empfänger (GNSS), und auch ich entscheide mich für ein Smartphone. Dennoch bietet ein GPS-Gerät einige Vorteile gegenüber einem Smartphone:

  • Im Großen und Ganzen haben GPS-Geräte einen besseren Empfang als die GPS-Einheit eines Smartphones. Das gilt besonders in Wäldern und Häuserschluchten. Niemand wartet gern auf den log-on oder läuft ewig im Kreis, wenn das Ziel eigentlich schon greifbar sein sollte.
  • Die Batterie hält um ein vielfaches länger als die eines Smartphones. Allerdings dauern selbst ausgedehnte caching-Expeditionen kaum je länger als einen halben Tag. Darüber hinaus kann man sich mit battery-packs behelfen (zum Beispiel von Anker).
  • Viele, wenn auch längst nicht alle GPS-Empfänger haben Displays, deren Kontrast stark genug ist, um sie auch bei strahlender Sonne ablesen zu können. Neue Mobiltelefone haben zwar hochauflösende Displays, aber wichtiger sind für unsere Zwecke Kontrast und Helligkeit.
  • Oft sind GPS-Geräte gegen Wasser und Kratzer geschützt.
  • Alle GPS-Geräte haben einen elektronischen Kompass. Ohne Kompass richtet sich die Richtungsanzeige immer nach der letzten Bewegung. Sich stehend zu orientieren ist damit unmöglich.

Welches Telefon soll es sein?

Totzdem entscheide ich mich für ein Smartphone, denn es ist einfach flexibler, und die meisten location games lassen sich nur mit Smartphone spielen. Für Geocaching gibt es apps wie Cachesense und C:geo, die es ermöglichen, über die geocaching.com-Datenbank alle Caches in der Nähe anzuzeigen und den Cache nach getaner Arbeit direkt zu loggen. Nicht zuletzt der Preis macht die Entscheidung leichter. Denn GPS-Geräte für EinsteigerInnen gibt es zwar mittlerweile ab 100 Euro, aber die Ausgaben für ein Telefon fallen ohnehin irgendwann an.  Bleibt die Frage, welches besonders für location gamer geignet ist. Unserer Ansicht nach passt beim Moto G das Verhältnis von Preis und Leistung am besten (140 Euro in der ersten, 200 in der neuesten Version).

  • Der Akku (satte 2470 mAh beim Moto G 3) reicht auch bei dauerndem GPS-Einsatz etliche Stunden. Allerdings ist er nicht auswechselbar, so dass sich für sehr lange Touren ein Akkupack empfiehlt.
  • Die Kamera scannt einfach alles, selbst arg verschmutzte QR-Codes. Ob sie auch schicke Fotos macht, ist zweitrangig.
  • Das Moto G3 ist nun sogar wasserdicht. Aber auch die Vorgänger scheinen recht unempfindlich gegen Feuchtigkeit zu sein und vertragen den einen oder anderen Regentropfen.
  • Das Display ist groß, hell und gut ablesbar, trotz ansprechender Akkulaufzeit.
  • Am wichtigsten: Die GPS-Genauigkeit ist ausgezeichnet. Das Telefon ist GPS-A fähig. In der Praxis findet das Moto die Position schnell und hat selbst in Häuserschluchten wenig Probleme.

Fazit: Locationgamer, die sich nicht ganz auf geocaching spezialisierten wollen, sollten sich nach einem geeigneten Smartphone umsehen. Wichtig sind GPS-Genauigkeit, Akkulaufzeit, eine ausreichend gute Kamera sowie ein helles und kontrastreiches Display. Dennoch sollte das Display nicht zu groß werden. Ein 15″ sollte reichen. Denn: ein großes Display frisst Akku und ist im Handling unterwegs schwieriger. Wem an einem günstigen Preis gelegen ist, für den oder die ist das Moto G eine gute Wahl, gleich ob in erster oder neuester Generation. Auch das Sony z6 (sowie auch z1 und z2) erfüllt die genannten Kriterien recht gut. Anders die beliebten Galaxies. Sie haben zwar Wechselakkus, stehen aber im Ruf, Probleme mit ihrem GPS-Empfang zu haben. Und dann ist da natürlich noch das iPhone. Wer das will, kauft es sich sowieso.

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