Geocaching ohne Internet?

Klar, mit einem GPS-Empfänger ist das kein Problem.

Aber was tun, wenn man mit dem Android-Smartphone cachen möchte, ohne Zugriff aufs Netz zu haben, zum Beispiel im Ausland oder wenn das Datenpaket mal wieder verbraucht ist? Wie das geht, zeigen wir euch hier.

Vorbereitung

Ruelle in MontréalFür diese Anleitung  gehen wir davon aus, dass ihr bereits bei geocaching.com registriert seid. Um einen Screenshot zu sehen, klickt einfach auf den jeweiligen Link.

Ladet euch, wenn noch nicht geschehen Locus Map im Google Play Store herunter. Locus Map kann beliebige Kartenabschnitte herunterladen und hat ein spezielles Add-On für Geocaching, mit dem ihr auch Caches herunterladen und loggen könnt.

Als nächstes installiert ihr das Add-On. Startet dazu Locus Map. Im Sandwich-Menu (das Menü oben links mit den drei Balken) wählt ihr den Eintrag „Add-Ons“, dann „Geocaching4Locus“, und bestätigt die Installation.

 

Caches importieren

Offline-Kartenausschnitt

Startet erneut Locus Map. Im Menü „weitere Funktionen“ wählt ihr das neue Plugin Geocaching4Locus aus. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder könnt ihr unter „Importiere GC“  einen GC-Code eingeben, wenn ihr diesen kennt.

Die zweite Möglichkeit ist komfortabler: Unter „Näherster“ findet ihr die Funktion „Caches in der Umgebung“ . Per Klick auf den Pfeil-Button wird die gewählte Anzahl an Caches rund um die angegebenen Koordinaten von geocaching.com importiert.

Kartenabschnitt sichern

Damit die Caches an der richtigen Position angezeigt werden können, müsst ihr noch den Teil der Landkarte offline speichern, den ihr später bei der Suche benötigt. Zoomt dazu einfach die Karte auf die richtige Größe und berührt das Symbol oben rechts, das eine gefaltete Karte zeigt.

Im Reiter „Offline“ klickt ihr auf das Plus-Symbol und dort auf „Onlinekarte herunterladen“ .

Loslegen

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Der gewählte Kartenabschnitt wird nun auch ohne Internetverbindung angezeigt. Die Fundstücke könnt ihr später per WLAN loggen.

Getestet habe ich diesen Tipp an einem sonnigen Morgen in Montréal. Der Cache mit dem einfallsreichen Namen 色の炎 befand sich in mitten meiner Nachbarschaft in Petite Italie, dem italienischen Quartier im Norden der Stadt. Eine gute Gelegenheit, einmal die ortstypischen kleinen Hinterhofstraßen, die „ruelles“, zu erkunden. Hier bieten sich reichlich Versteckmöglichkeiten, aber Postboten und Balkone mit neugierigen Muggels können sich zu dieser Tageszeit hinderlich erweisen… Der Screenshot zeigt, dass ich erwartungsgemäß nur auf den gespeicherten Teil der Karte zugreifen konnte, aber dies ging ohne Probleme. Auch die Cacheinformationen wurden ohne Murren angezeigt.

Viel Spaß!

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Welches Smartphone für location games?

Auch in Montréal steht Weihnachten vor der Tür. Als Neuling steht auf meinem Wunschzettel natürlich ganz oben das passende Equipment. Aber welches? Zum Glück weiß Hannes Rat.

GPS-Empfänger oder Smartphone?

D_DSC0061ie erste Entscheidung fällt leicht. Nur eingefleischte Geocacher und Outdoor-EnthusiastInnen verwenden noch einen speziellen GPS-Empfänger (GNSS), und auch ich entscheide mich für ein Smartphone. Dennoch bietet ein GPS-Gerät einige Vorteile gegenüber einem Smartphone:

  • Im Großen und Ganzen haben GPS-Geräte einen besseren Empfang als die GPS-Einheit eines Smartphones. Das gilt besonders in Wäldern und Häuserschluchten. Niemand wartet gern auf den log-on oder läuft ewig im Kreis, wenn das Ziel eigentlich schon greifbar sein sollte.
  • Die Batterie hält um ein vielfaches länger als die eines Smartphones. Allerdings dauern selbst ausgedehnte caching-Expeditionen kaum je länger als einen halben Tag. Darüber hinaus kann man sich mit battery-packs behelfen (zum Beispiel von Anker).
  • Viele, wenn auch längst nicht alle GPS-Empfänger haben Displays, deren Kontrast stark genug ist, um sie auch bei strahlender Sonne ablesen zu können. Neue Mobiltelefone haben zwar hochauflösende Displays, aber wichtiger sind für unsere Zwecke Kontrast und Helligkeit.
  • Oft sind GPS-Geräte gegen Wasser und Kratzer geschützt.
  • Alle GPS-Geräte haben einen elektronischen Kompass. Ohne Kompass richtet sich die Richtungsanzeige immer nach der letzten Bewegung. Sich stehend zu orientieren ist damit unmöglich.

Welches Telefon soll es sein?

Totzdem entscheide ich mich für ein Smartphone, denn es ist einfach flexibler, und die meisten location games lassen sich nur mit Smartphone spielen. Für Geocaching gibt es apps wie Cachesense und C:geo, die es ermöglichen, über die geocaching.com-Datenbank alle Caches in der Nähe anzuzeigen und den Cache nach getaner Arbeit direkt zu loggen. Nicht zuletzt der Preis macht die Entscheidung leichter. Denn GPS-Geräte für EinsteigerInnen gibt es zwar mittlerweile ab 100 Euro, aber die Ausgaben für ein Telefon fallen ohnehin irgendwann an.  Bleibt die Frage, welches besonders für location gamer geignet ist. Unserer Ansicht nach passt beim Moto G das Verhältnis von Preis und Leistung am besten (140 Euro in der ersten, 200 in der neuesten Version).

  • Der Akku (satte 2470 mAh beim Moto G 3) reicht auch bei dauerndem GPS-Einsatz etliche Stunden. Allerdings ist er nicht auswechselbar, so dass sich für sehr lange Touren ein Akkupack empfiehlt.
  • Die Kamera scannt einfach alles, selbst arg verschmutzte QR-Codes. Ob sie auch schicke Fotos macht, ist zweitrangig.
  • Das Moto G3 ist nun sogar wasserdicht. Aber auch die Vorgänger scheinen recht unempfindlich gegen Feuchtigkeit zu sein und vertragen den einen oder anderen Regentropfen.
  • Das Display ist groß, hell und gut ablesbar, trotz ansprechender Akkulaufzeit.
  • Am wichtigsten: Die GPS-Genauigkeit ist ausgezeichnet. Das Telefon ist GPS-A fähig. In der Praxis findet das Moto die Position schnell und hat selbst in Häuserschluchten wenig Probleme.

Fazit: Locationgamer, die sich nicht ganz auf geocaching spezialisierten wollen, sollten sich nach einem geeigneten Smartphone umsehen. Wichtig sind GPS-Genauigkeit, Akkulaufzeit, eine ausreichend gute Kamera sowie ein helles und kontrastreiches Display. Dennoch sollte das Display nicht zu groß werden. Ein 15″ sollte reichen. Denn: ein großes Display frisst Akku und ist im Handling unterwegs schwieriger. Wem an einem günstigen Preis gelegen ist, für den oder die ist das Moto G eine gute Wahl, gleich ob in erster oder neuester Generation. Auch das Sony z6 (sowie auch z1 und z2) erfüllt die genannten Kriterien recht gut. Anders die beliebten Galaxies. Sie haben zwar Wechselakkus, stehen aber im Ruf, Probleme mit ihrem GPS-Empfang zu haben. Und dann ist da natürlich noch das iPhone. Wer das will, kauft es sich sowieso.

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